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samedi 15 février 2014

Wird EU Kommission neuen Genmais zulassen?

Trotz Ablehnung durch das EU Parlament und trotzdem sich Anfang Februar auch im EU Rat 19 der 28 Mitgliedsländer gegen die Zulassung der genetisch veränderten Maissorte TC1507 ausgesprochen haben, wird die EU Kommission wahrscheinlich in Kürze dem Anbau zustimmen. Wie kann es sein, dass die EU Kommission wieder gegen den Willen der Mehrheit seiner Bürger eine Entscheidung durchsetzt, welche einzig und allein den Interessen einigen großen Konzerne dient?


Foto (c) liberation.fr

Die genetisch veränderte Maissorte TC1507 von Pioneer /Dow Agroscience

hat folgende Eigenschaften: Insektenresistenz gegen den Maiszünsler durch ein Bt‑Toxin und eine Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glufosinat, also z.B. Roundup. Ähnlich wie der Genmais MON810 von Monsanto wurde auch TC1507 schon in den 1990er Jahren entwickelt. Diese GV-Pflanze der ersten Generation produziert also selber ein Insektizid und ist dabei gleichzeitig resistent gegen ein Herbizid. Sie ist ein Spiegelbild für die industrielle Landwirtschaft: Viel Chemie auf Acker und Teller!

Mais ist eine Pflanze die hauptsächlich in gemäßigt warmen Regionen gedeiht. Wie kann es sein, dass Länder wie Schweden oder Finnland, wo der Maisanbau überhaupt keine Rolle spielt, sich für den Anbau von Gemais aussprechen? Welche Interessen stecken hinter dieser Entscheidung? Was wurde diesen Ländern im Gegenzug versprochen? Von wem?

Das Zustandekommen der Entscheidung ist ein Spiegelbild für die weiterhin undemokratische Funktionsweise der EU

Kurz vor der Europawahl Ende Mai geben die Instanzen der EU wieder einmal kein gutes Bild ab. Die Politikverdrossenheit der Bürger ist verständlich.

Wie bei der neuen EU Honigrichtlinie, welche Verunreinigungen von Honig mit Pollen von GV-Pflanzen verschleiern soll, muss auch diese Entscheidung im Rahmen der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen den Ländern der EU, USA, Kanada u.A. gesehen werden. Die EU Kommission, welche der landwirtschaftlichen Gentechnik positiv gesinnt ist, will alles vermeiden, was dieses Abkommen gefährden könnte. Die Ablehnung der EU Bürger gegenüber der landwirtschaftlichen Gentechnik stört hier nur.

Es regt sich Widerstand auf EU Ebene

Einen Tag nach dem im EU Rat keine Mehrheit gegen die Zulassung zustande gekommen ist, haben 12 Länder (Frankreich, Luxemburg, Polen, Österreich, Bulgarien, Zypern, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, Slovenien und Malta) einen Brief an Tonio Borg, Mitglied der EU Kommission, zuständig für Gesundheit, geschrieben. Sie fordern die EU Kommission dazu auf, die Zulassung für den TC1507 Mais zu verzichten.

Quer durch alle Fraktionen regt sicht auch Widerstand im EU Parlament: Die Fraktion der Grünen erwägt gar einen Misstrauensantrag gegen EU-Kommission falls die Genmais-Zulassung kommt.

Wird die EU Kommission die Europawahlen abwarten?

Schon werden Stimmen von Politikern laut, welche die EU Kommission auffordern, die Entscheidung nach den Europawahlen hinauszuzögern. Den EU Bürgern also eine heile Welt vorgaukeln und nach den Wahlen alles durch winken? Für wie dumm hält man uns eigentlich?

dimanche 1 décembre 2013

Dramatische Probleme mit Luxemburger Trinkwasser

Im Rahmen der Ausweisung von Wasserschutzzonen hat das MINISTÈRE DE L’INTÉRIEUR ET À LA GRANDE RÉGION kürzlich ein neues Dokument veröffentlicht. Die Publikation gibt interessante und bedenkliche Einblicke in die Problematik des Wasserschutzes.


Der tägliche Wasserverbrauch in Luxemburg liegt bei ungefähr 120.000 m3. Schätzungen zufolge wird der Verbrauch bis zum Jahr 2040 auf 170.000 m3 ansteigen. Über 300 Quellen und Brunnen decken heute ungefähr 2/3 des täglichen Wasserbedarfs. Die aktuelle Situation weist heute einen bedenklichen Rückgang der Wasserqualität auf. Die Verschlechterung ist dabei größtenteils auf die Nutzung von Dünger (Stickstoff und Nitrat) und Pestizide zurückzuführen.

Wie bedenklich die Lage ist verdeutlicht folgende Grafik:

Bei über 70% aller Überwachungsstationen werden Rückstände von mindestens 1 Pestizid gemessen! Dabei werden heute noch Rückstände von Substanzen gemessen, welche von Produkten stammen, deren Einsatz schon vor Jahren verboten wurde.

Der Maisanbau wirkt sich negativen auf die Qualität unseres Trinkwassers aus:



Die chemische Substanz Metalochlor-ESA ist noch heute als Herbizid im Maisanbau und anderen Kulturen erlaubt. Zwischen 2008 und 2013 stieg sowohl die Anzahl der Quellen welche damit belastet sind, sowie die Höhe der Rückstände kontinuierlich an. Die Substanz ist umweltgefährlich, sehr giftig für Wasserorganismen und gilt als krebserregend.

Quelle: www.eau.public.lu/publications/index.html 

mardi 9 février 2010

Bedrohung der Bienenvölker durch Mais

Dat folgend Dokument gouf am Februar 2010 vum Lëtzebuerger Landesverband fir Beienzuucht veröffentlecht:

Bedrohung der Luxemburger Bienenvölker durch Mais

Die Luxemburger Imker sind enttäuscht und erbost darüber, dass den Landwirten hierzulande weiterhin Pestizide angeboten werden, welche im Ausland teilweise seit längerem wegen ihrer Bienengefährlichkeit verboten sind.

Konkret geht es um den Einsatz von neurotoxischen Pestiziden beim Mais.
Dieselben Substanzen, welche 2008 in Deutschland und Italien zu massiven Bienenverlusten führten, und deren Einsatz in Folge dessen in diesen Ländern seitdem verboten ist, kommen in Luxemburg weiterhin zum Einsatz. Es handelt sich um folgende Substanzen (resp. Produkte): Imidacloprid (Handelsname GAUCHO), Clothianidin (Handelsnahme PONCHO) und Thiametoxam (Handelsname CRUISER).
Diese Substanzen entfalten ihre systemische Wirkung in allen Pflanzenteilen, einschließlich der Blüten (Nektar und Pollen). Schon in kleinsten Dosen (weniger als 1 ppb) lösen sie bei Bienen Verhaltensstörungen aus, welche für das Bienenvolk tödlich sein können. Diese Substanzen und ihre Abbauprodukte sind remanent, d.h. sie reichern sich in Boden und Grundwasser an.

In Frankreich ist der Einsatz von Imidacloprid seit 1999 beim Mais verboten. In Deutschland und Italien sind Imidacloprid, Thiametoxam und Clothianidin seit 2008 beim Mais verboten.
Die Verbote werden zusätzlich dadurch gerechtfertigt , weil inzwischen mit der „Guttation“ ein weiterer, für die Bienen gefährlicher, Expositionspfad wissenschaftlich belegt wurde.

Trotzdem werden ALL(!) diese Substanzen in Luxemburg aktiv vom Saatguthandel vertrieben, namentlich von der Luxemburger Saatbaugenossenschaft , von VERSIS und der Firma Barenbrug .

Es ist hinlänglich bekannt, dass bei der Beizberatung in Luxemburg der Saatguthandel die Hosen an hat. Deshalb drängen sich folgende Fragen auf:

  • Hat das Landwirtschaftsministerium, wie 2008 versprochen , die Landwirtschaft über die Giftigkeit dieser Produkte für Bienen und andere bestäubenden Insekten informiert?
  • Wie haben die Beratungsstellen ASTA und Landwirtschaftskammer seitdem über diese Problematik informiert?


Wir sind zutiefst enttäuscht über die Unbekümmertheit mit der diese Problematik hierzulande behandelt wird. Dass Pestizide mitverantwortlich sind für die überdurchschnittlichen Bienenverluste der letzten Jahre in Luxemburg und vielen anderen Ländern, gilt inzwischen als sicher. Dies geht auch aus der letzten Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)hervor.


Die Luxemburger Imker sind nicht länger bereit den Kopf hinzuhalten:
  • Wir fordern die Landwirte auf, vom Einsatz dieser Produkte abzulassen.
  • Wir fordern die Regierung auf, den Einsatz dieser Produkte zu untersagen
  • Wir fordern Landwirtschaftskammer, ASTA und die landwirtschaftlichen Verbände auf, die Landwirtschaftlichen Betriebe über die Gefährlichkeit dieser Substanzen besser zu informieren.


Für den Luxemburger Landesverband für Bienenzucht :
Roger Dammé, Präsident